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Michael Lutsch

  • Stadthann und Bürgermeister
    ✝︎ 1632
  • ✝︎ 1632
    ⬩ Stadthann und Bürgermeister

 
1632
1632
No data.

Inschriften

A SEPVLTVRA ET MEMORIA GENEROSI DIGNITATE AMPLISS(IMI) ET CONSVLTISS(IMI) VIRI DOMINI MICHAELIS LVTSCH IN PATRIAM OPTIME MERITI / QVI DVODECIMVM a) CONSVL DESIGNATVS FIDE- LITER OFFICIO FVNCTUS DIEM SVVM PLACIDE IN / DOMINO OBIIT ANNO <1632>b) AETATIS <LXVII>b)

B DVLCE ET DECORVM EST PRO PATRIA MORI2)

C EX AEQVO ET BONO / IVSTI//TIA

D STEM(M)ATE LVTSCHIADV(M) GENEROSO ET SA(N)GVINE CRET(VS) LVTSCHIADES NOMEN CVI MICHAELIS ERAT:ILLE MEMOR LETHI MONVMENTA HAEC CLARA SVBORTA CONSCIA SINT FAMAE SECLA FVTVRA SVAE. CONSVL ERAT GRAVIS ET NVLLI PIETATE SECVNDVS
ATQVE CIBINIACAE RECTA COLVMNA DOMVS VT MARIVS ROMAE SEPTENOS TRANSIGIT ANNOS CONSVLIS IMPERII SIC QVOQVE SCEPTRA TVLIT.

MARTIA NON HORRET PATRIAE COMPVLSVS AMORE
CASTRA PEREGRINO SVB 1OVE ADIRE SVAE
PRO PATRIA SIC DVLCE MORI PVTAT ATQVE DECORV(M),
HINC LATVS EXORNAT STRICTA MACHAERA VIRI
EX AEQVO ATQVE BONO LAVS VERA ASSVRGIT IN ALTV(M) c) HINC SIBI IVSTICIAE MENS STVDIOSA FVIT.
ERGO TVVM NOMEN CEDRO DIGVM VSQVE NOTARI INCLIITE) LVTSCHIADES POSTHVMA TVRBA LEGET
ADDE QVOD ET PLACIDVM VITAE TRADVXERIS AEVVMe), VT SOCIA ANNA TORI BISTRICIANA FVIT:
QVAE TECVM EGREGIOS) BVDAKERI STIRPE CREATA CASPARIS, VIXIT NON SINE HONORE DIES.
DEPOSITIS CVLTA EST VOBISS) CONCORDIA TELIS, VOS ITA CONCORDES HAEC QVOQVE TVMBA FOVET
OVOD SVPEREST FIDEI VITAEQVE AETERNA FERETIS
PRAEMIA STELLIFERO) TVTA BRABEA POLO

Grab und Gedächtnis des wohlgeborenen, durch seine Würde hochgeehrten und wohlbedachten Mannes, des für die Heimat verdienten Herrn Michael Lutsch, der, zwölfmal als Bürgermeister berufen, treu amtierte und im Jahr 1632, im Alter von 67 Jahren sein Lebtag sanft im Herrn beschloß (A).

Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben (B).

Aus dem Gerechten und Guten Gerechtigkeit (C).

Lutschiades, dessen Name Michael war, aus dem ehrwürdigen Geschlecht und Geblüt der Lutschiaden entsprossen, errichtete dieses schöne Denkmal des Todes eingedenk, damit die zukünftigen Jahrhunderte seines Ruhmes bewußt seien. Er war ein besonnener Bürgermeister, und keinem ist er in Frömmigkeit nachgestanden, eine aufrechte Stütze des Hermannstädter Hauses.

Wie Marius sieben Jahre in Rom verbrachte, so hielt er auch das Zepter der Bürgermeisterwürde. Von Liebe zu seiner Vaterstadt getrieben, scheute er nicht davor zurück, Kriegslager in der Fremde unter freiem Himmel auf sich zu nehmen. Er denkt, es ist so süß und ehrenvoll für das Vaterland zu sterben. Hier bestattet, ziert ihn das gezückte Schwert des Mannes. Aus Recht und Gut steigt das wahre Lob in den Himmel, daher strebte sein Geist nach Gerechtigkeit. Also wird die nachkommende Schar, berühmter Lutsch, lesen, daß dein Name immerzu mit der Zeder als würdig kenntlich gemacht wird. Füge auch die friedliche Zeit hinzu, die du verlebt hast, wie Anna aus Bistritz die Ehegefährtin war, die, aus dem Stamme Caspar Budakers geboren, mit dir nicht ohne Ehre rühmliche Tage verlebte. Nun, da die Waffen wiedergelegt sind, ist euch Eintracht bereitet, und dieses Grab sorgt für eure Einigkeit. Schließlich werdet ihr ewigen Lohn und sichere Preise des Glaubens und des Lebens im sternenreichen Himmel gewinnen.


Anmerkungen

12 Distichen (B).

Wappen: Lutsch.

Die Inschrift der vermutlich aus einer Augsburger Werkstatt stammenden Platte zeigt eine scrip- tura continua. S ist fast geschlossen.

Der Großvater des Verstorbenen, Petrus Lutsch (+1578), war vier Jahre Stadthann und von 1568 für drei Jahre Stuhlsrichter. Dieser hinterließ vier Söhne: Johann, Gallus, Georg und Micha el. Michael Lutsch wurde 1617 Stadthann (Villicus) und im folgenden Jahr am 24. März zum Bürgermeister gewählt, ein Amt, das er bis 1622 und dann wieder von 1625 bis 1631 bekleidete, daher auch die Angabe in der Inschrift. Das genaue Sterbedatum enthielt die Inschrift seiner Grabplatte. Die 1604 gestorbene Dorothea Schirmer-Lutsch war die erste Gattin des Michael Lutsch. Nach Seivert heiratete er in zweiter Ehe Anna, die Tochter des Bistrizer Richters Caspar Budaker. Aus dieser Ehe entsprangen ein Sohn, der spätere Prokonsul und Königsrichter Johann Lutsch, und eine Tochter Anna (†1638), die Gemahlin des Johann Armbruster, Laut von Straußenburg war das Geschlecht unzweifelhaft adelig, obschon weder Nobilitierung noch Ursprung des Wappens bekannt ist. Nach einer Mitteilung von G. A. Schuller an Straußenburg hatte das Geschlecht als ein einzigartiges Privileg in Hermannstadt einen von Steuern befreiten Edelsitz. Der Senator Johann Lutsch besiegelt 1701 das Harteneckzeugnis mit diesem Wappen. in Öffn!


Historische Arbeit von Dr. Ioan Albu