Inschriften
A SEPVLTVRA VIRI AMPLISS(IMI) AC CIRC/VMSP(ECTI) D(OMI)NI DO- MINICI ROSENAWERS SENAT(ORIS) QVONDAM VRBIS CIBIN(IENSIS) / MERITISS(IMI) QVI DVRANTE ADHVC / IPSA VRBIS CAPTIVITATE IN D(OMI)NO OBIIT A(NN)O 1612. 26 (DECEM)BR(IS) AET(ATIS) SVAE 52.
B Qvas pater inferias, tibi qvae / funebria solvam /
Munera? qvae meritis prae/mia digna tuis?
Namq(ve) mihi sumptus alimentaq(ve) / larga dedisti / Cum puer in studys erudi=/endus eram./ Pro qvibus officys qvamqvam / tibi nulla rependi / Dona, nisi haec luctus haec / monimenta dedi. Prestiti enim Filius Laurentius / nempe tuus A(nn)o 1636.
Grab des hochwürdigen und umsichtigen Mannes, des Herrn Dominic Rosenauer, einst hochverdienten Sena- tors der Stadt Hermannstadt, der eben an dieser Gefangenschaft der Stadt, die stets bisher dauerte, im Herrn starb im Jahre 1612, am 26. Dezember, im Alter von 52 Jahren. (A)
Was für Totenopfer, Vater, was für 1 Bestattungschren soll ich dir bringen? Was für Belohnungen, die deinen Verdiensten würdig sind? Denn mir hast du Unterhalt und Kost reichlich gegeben, als ich ein Knabe war, der in den Wissenschaften ausgebildet werden sollte. Für diese Liebesgaben habe ich dir jedoch keine Geschenke zurückgegeben, nur dieses, dieses Denkmal der Trauer. Ich, Laurentius, dein Sohn verschaffte (es dir) denn doch im Jahre 1636 (B)
Anmerkungen
Drei Distichen.
Rosenauer alias Hochteufel war ein Hermannstädter Senatorengeschlecht, aus dem Laurentius (†1657) Provinzialbürgermeister wurde. 3) Aus der Inschrift geht deutlich hervor, daß der Sohn des Bürgermeisters Dominic Rosenauer die Grabplatte erst 1636 errichten ließ, also 24 Jahre nach dessen Tode.
Wappen: Rosenauer (Schild: Bärenkopf; ungekrönter Helm; Helmzier: springender Hirsch ; Decken: üppige Akanthusblätter).
Die Gestaltung der Schrift sowie die Ausführung der symbolischen und heraldischen Motive lassen die Grabplatte der Werkstatt des Bildhauers Elias Nicolai zuweisen. 2)
Historical work by Dr. Ioan Albu