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Johannes Reusner

  • Provinzialnotar, Stadthann, Stuhlsrichter und Provinzialbürgermeister
    ✝︎ 1637
  • ✝︎ 1637
    ⬩ Provinzialnotar, Stadthann, Stuhlsrichter und Provinzialbürgermeister

 
1637
1637
No data.

Inschriften

A MEMORIAE POSTERITATIS / Quo tendis, Heus! Viator? / siste paululum:/
Et cum pauca cognoveris, / abito.

JOHANNIS REVSNERI/ Consulis Cibiniensis, / Quod terra tegi potuit, / Morbus, & mors rapuit: /
Quod terrae superesse nequiit / Deus sustulit. / VIR FVIT/ Solidissima prudentia, / Multiplici Svaviloquentia, /
Per rara patientia, /

Hilariq(ue) beneficientia, / Principi, Regniq(ue) Procerib(us) fidus, / Reipublicae) Gnauvs, Civib(us) Charus, / Patriae amans, Publico studens, / Priuati negligens.

C

Condimenta vitae habuit / Miserias, laborem, itinera, / Molestias: / Et quod tristissimum, /
Calamitosum Viduitatis, / experiri statum. / Sed & haec condijt / Verȧ et sincera fide, / Diuino amore puro, /
Pietate inculpata, / Quibus fuit inexplebilis. / CAETERVM SIC VIXIT, / Vt neminem facile laederet, / Nec tu iam mortuum laede, / Sed in rem tuam abi Mortuus A(nn)o 1637. 8. xbr(is) AEtat(is) 63. Consul(atus) vero 2do.

Zum Andenken der Nachkommenschaft. Hei, wohin gehst du, Reisender? Bleib ein wenig stehen, und nachdem du etwas erfahren hast, gehe weg! (A)

Das, was von Johannes Reußner, dem Hermannstadter Bürgermeister, die Erde halten konnte, rafften Krankheit und Tod hinweg. Was die Erde nicht überstehen konnte, erhob Gott zu sich. Er war ein Mann von unerschütterlicher Weisheit, in vielen Dingen von lieblicher Beredsamkeit, von seltenem Mut und immer gerne zu Wohltaten gesinnt, treu dem Fürsten und hohen Würdenträgern des Königreiches. Er war unermüdlich für die Republik tätig, geliebt von den Bürgern; er liebte seine Heimat und sorgte für öffentliche, nicht für private Angelegenheiten. (B)

Er hatte Annehmlichkeiten im Leben, aber auch Elend, Arbeit, Reisen und schwere Sorgen und, was sehr traurig und unglücklich ist, Witwerschaft zu erfahren. Aber auch diese milderte er mit wahrem und ehrlichem Glauben, reiner Gottesliebe, die er immer ersehnt hat. Übrigens lebte er so, daß er niemanden beleidigte, und so beleidige auch du den Verstorbenen nicht, sondern gehe auf deinen Weg. (C)

Gestorben im Jahre 1637, am 8. Dezember, im Alter von 63 Jahren, in seinem zweiten Jahr als Bürgermeister. (D)


Anmerkungen

Hexameter und Paarreime, darunter Hendekasyllabus.

Johann Reußner d. A. (1575-1637) war 1624-26 Provinzialnotar, 1626 Stadthann (Villicus), 1632 Stuhlsrichter und 1633 Provinzialbürgermeister in Hermannstadt. 1634 folgt ihm Valentin Seraphin in Amt. 1637 erhielt er erneut die Bürgermeisterwürde. Sein Vater war vielleicht Johann Ryssus, der von 1556 bis 1562 als Stadtnotar erwähnt wird.

Wappen: Reußner/Reisner (Im Schild widerstehender Kranich, in der erhobenen Rechten einen Stein (Felsen) haltend; gekrönter Helm; Helmzier: Wiederholung der Schildfigur; Decken: Akanthusblätter),

Die Schrift weist - wie bei der Grabplatte des Dominic Rosenauer - sehr wohlgeformte Buch- staben auf; auch aus rein epigraphischer Sicht läßt sich die Grabplatte nach Gündisch auf die Werkstatt des Bildhauers Elias Nicolai zurückführen. Die Minuskelschrift ist wie im Buchdruck gestaltet. Quadrangeln kommen als Worttrenner vor.


Historical work by Dr. Ioan Albu