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Paul Ludwig

  • Stadthann, Stuhlrichter und Provinzialbürgermeister
    ✝︎ 1626
  • ✝︎ 1626
    ⬩ Stadthann, Stuhlrichter und Provinzialbürgermeister

 
1626
1626

Inschriften

A BEATE RELIGIOSAQUE FIDE/CEU COELITES ABSOLUTO VITAE HODIPORIO CHR(IST)I SALVATORIS INDULCENTIA a) / IMPERIUM MORTIS LUIT INQUE HOC / KOMITHRION REDIIT AMPLISS(IMUS) ET CONSULAT(US) VIR D(OMINUS) PAUL(US) LUD(OVICUS) A(NNO) 1626. 7. OCT(OBRIS) AET(ATIS) SUAE 50. HEBDOM(ADAS) IIb)

B Hic datur optatam LUDOVICO / attingere metam, Hoc mea florescent membra / sepulta loco. Sex ego iura dabam. Iudex ut / Sedis aristas, Civicus atq(ue) duas CONSUL / honore fui.Ille ego te(m)pla, Scholas, aras, fora, / munere largo Accumula(n)s, PAULI nomine / magnus eram. Siste gradus igit(ur) tumulum Philo=/christe c) Viator c) Inspice, dic: PAULI molliter osza d) cubent.

C SIC TRANSIT GLORIA MUNDI2).

Als in seligem und ehrfurchtsvollem Glauben gleich den Himmlischen der Weg des Lebens vollendet worden war, nahm die Gnade des Erlösers Christus die Macht des Todes hinweg, und zu jenem Versammlungsort kehrte der treffliche Mann und Ratsherr, Herr Paul Ludwig, im Jahre des Herrn 1626 am 7. Oktober im Alter von 50 Jahren und zwei Wochen zurück (A).

Hier ist Ludwig gegeben, das erwünschte Ziel zu erreichen. Meine an diesem Platz begrabenen Glieder werden erblühen. Sechs Erntezeiten (Jahre) sprach ich Recht als Stuhlsrichter, und zwei (Jahre) war ich mit Ehre Bürgermeister. Ich, der ich Kirchen, Schulen, Altäre, Plätze mit reichem Geschenk überhäufte, war groß mit dem Namen Paul. Halte deinen Schritt an, christlicher Reisender, betrachte das Grab und sage: Sanft mögen die Gebeine Pauls ruhen!(B). 

So vergeht der Ruhm der Welt (C).


Anmerkungen

Der Gewandmacher Paul Ludwig (Ludovicus) bekleidete 1616 das Stadthannenamt, als Petrus Kamner Stuhlsrichter und Johann Roth Bürgermeister waren. 1617-22 ist er Stuhlsrichter und seit 1623 für zwei Jahre Provinzialbürgermeister in Hermannstadt. Seine Tochter war die schöne Katharina, die Gattin des reichen Klausenburger Kaufmanns Lukas Stein, deren Liebe zu dem jungen Gotsmeister zu Familienstreitigkeiten führte.

Symbolisches Wappen: Ludwig/Ludovicus (Schild: auf Boden ein Pelikan mit 3 Jungen. Gekrönter Helm; Helmzier: das Schildbild.

Die Grabplatte ist mit zwei geradezu einander fremden Schriften auch in Mischung beschrieben. Die Kapitalis zeigt besonders im U mit Haste rechts das Eindringen frühbarocker Ausprägung. Die Fraktur mit komplexen Versalien weist bei einstöckigem a, nicht gebrochenen Hasten von f und langem s sowie einigen nicht mehr als gebrochene Hasten dargestellten Bögen regelhafte Merkmale auf; daß bei einigen Buchstaben wie r und x noch Relikte der Textura spürbar sind, ist bei Inschriften nicht weiter auffallend.

Die Grabplatte weist eine spätmanieristische Ornamentik im Rahmen der Dekoration auf, mit obsessivem horror vacui, die eine Mannigfaltigkeit von Vergänglichkeitsmotiven zeigt.


Historical work by Dr. Ioan Albu