Tobias Sifft
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Stadthann, Stuhlstrichter und Bürgermeister✝︎ 1651
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✝︎ 1651⬩ Stadthann, Stuhlstrichter und Bürgermeister
Inschriften
[D(EO) O(PTIMO) ] M(AXIMO) S(ACRVM) SEPVLTVRA / AM- PLISS(IMI) AC CONSVLTISS(IMI) VIRI DO(MI)[NI TJOBIAE SIFFT, CON- SVLIS QVONDAM [VRBIS CIBIN(IENSIS) MERITISS(IMI) [O]BIIT / ANNO CHRISTI 1651. DIE [10] a) MARTI. AETATIS SVAE 58. /
Ec quis in hâc tumbâ requiescit morte peremptus b)? / Umbra refer functi corporis? En TOBIAS. /
Quod genus hic vitae, quas est sectatus et artes /
Vivus adhuc? functi corporis Umbra refer? / URBIS honoratus rexit bene CONSUL habenas /
Iuraq(ue) CIBINIAE civibus aequa tulit. / Acer erat scelerum vindex, et cultor Honesti. /
Hei nos, hei cives! hei cadit ante diem! /
Quis vero hoc Elogo decoravit carmine marmor? /
Pro meritis gratum quem decet esse, CLIENS: / Haec IS scripta dabat, quo nota nepotibus essent©) /
Venturis olim: Caetera tumba tegit.
C Fecit ELIAS NICOLAI
D HODIE MIHI CRAS TIBI 2)
Dem besten größtem Gott. Grab des ehrenvollsten und erfahrenen Herrn Tobias Sifft, einst verdienstvoller Bürgermeister der Stadt Hermannstadt. Er starb im Jahre Christi 1651 am 10. März seines Alters 58. (A)
Epitaph. Wer ruht in dieser Tumba, vom Tode geraubt? Das sage der Schatten des toten Leibes! Es ist Tobias. Ob die Art des Lebens hier und die Künste, nach denen er eifrig trachtete, noch leben? Sage es der Schatten des toten Leibes! Als Konsul führte er gut die Zügel der Stadt Hermannstadt und traf gerechte Gesetze für die Bürger. Scharf bestrafte er Verbrechen, und er pflegte das Ehrenvolle. Wehe uns! Wehe Bürger! Wehe, er fiel vor dem vom Schicksal bestimmten Tag! Wer diesen Marmor mit einem Grabgedicht geschmückt hat? Für die Verdienste dankbar, weil es sich so gehört, ein Untergebener ließ es schreiben, damit es den einst nachkommenden Enkeln aufgezeichnet sei. Das übrige hält das Grab. (B)
Elias Nicolai verfertigte (dieses Grabmal). (C)
Heute mir, morgen dir. (D)
Anmerkungen
Tobias Sifft verwaltete von 1639 bis 1640 das Stadthannenamt und bekleidete 1643-1645 die Stuhls- richterwürde. Im Jahre 1650 wurde er Bürgermeister, starb aber im nächsten Jahr an der Pest. 10) Das Grabgedicht schrieb möglicherweise der Stadtpfarrer Andreas Oltard, der auch das Totenlob für Petrus Rihelius dichtete.
Symbolisches Wappen:
Sifft (Schild: in blau auf grünem Boden ein grüner Baum mit Wurzeln, in dessen Zweigen 3 Vögel; gekrönter Helm; Helmzier: der Baum. Decken: Akanthusblätter; Schildhalter: Erzengeln). 3)
Die vom Hermannstädter Bildhauer und Steinmetzen Elias Nicolai signierte Grabplatte zeigt die üblichen Stichworte in Kapitalis innerhalb der humanistischen Minuskel. Die Buchstaben sind wohlproportioniert, wie auch in den seinen anderen Werken. Das symbolische Wappen hat zur Schild- und Helmzierfigur den Lebensbaum als Symbol des Paradieses, in das der Verstorbene eingeht, zugleich der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Im Hintergrund des Wappens befinden sich die sieben Sterne, 5 links, 2 rechts. Die Wurzeln des Baumes sind in dem Volksglauben das Tor, durch das die Kinder zur Welt kommen und die Toten ins Jenseits gehen. 8) Der Lebensbaum wird mit dem Kalvarienkreuz in Verbindung gebracht.
Historical work by Dr. Ioan Albu